Hydra im Aufzuchtbecken

Was kann man gegen Hydra machen?


Hydra

Hydren sitzen am Filter

In meinen Aufzuchtbecken, in denen viel mit Artemia-Nauplien gefüttert wird, tauchen immer wieder große Mengen an Hydren auf, die den Jungfischen aufgrund ihrer Eigenschaft, giftige Nesselkapseln auszustoßen, gefährlich werden können.

  1. Links zum Thema Hydra
  2. Snailfaq zum Thema

Ich setze zu deren Bekämpfung Spitzschlammschnecken ein, die die Hydren abweiden. Das hilft allerdings nur, wenn noch nicht zu viele Hydren da sind.

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Die snailfaq schreibt dazu: (F: = Frage; A: = Antwort)

F: Hat jemand Erfahrung mit der Bekaempfung von Hydra im Suesswasser-Aquarium?

Meistens handelt es sich um Chlorohydra:
eine Art, die in Symbiose mit Algen lebt, dadurch gruen ist und lange (unbegrenzt?) ohne Beute auskommt, weil sie (bei genuegend Licht) von den Algen ernaehrt wird. Aushungern geht also nur wenn man die Pflanzen gleichzeitig ausdunkelt.

-> nach meiner Erfahrung gibt es im Aquarium wohl mehr als nur eine Art. In meinen Zuchtbecken macht sich derzeit eine weiße Art breit. (siehe Foto) Es scheint so, als ob meine extra trainierten Hydraschnecken™ 😉 diese nicht mögen.

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A: Physikalisch: Erhöhe die Wassertemperatur für 2-3 Stunden auf ca. 35-40° C. Aber: Vorher die Fische rausnehmen! Das sollte die Hydra dahinraffen.

-> Das rafft auch alle sonstigen Lebewesen außer ein paar Bakterien und Planarien dahin. Das heißt, auch alle Schnecken und die mühsam herangezogenen Rädertierchen, die die Brut ernähren sollen. Funktionieren tut es aber. Hab ich schon ausprobiert. Die Hydren liegen nachher als schleimige Klumpen am Aquarienboden und lassen sich dort absaugen.

A: Biologisch: mit Fadenfischen! Ich setzte ein paar Zwergfadenfische ins Aquarium ein. Nach ca. 2 Wochen war ich die Hydra los.

-> siehe vor. In laufenden Aufzuchtbecken nicht zu gebrauchen. 😉

A: Gierige Fresser von Chlorohydra waren bei mir Ringelhandgarnelen. Ob diese auch gegen die die größeren (und für Fischbrut gefährlichen) Hydra vulgaris helfen habe ich noch nicht getestet.
PS: Andere Fadenfische und Makropoden sollen sich auch eignen (welche?, Stephan Pflume)

-> siehe vor.

A: Chemisch 1.: Flubenol . Das ist eindeutig das ideale Mittel. Kann getrost sparsam dosiert werden, wirkt zuverlaessig indem die Verdauung bei den Hydra ausgeschaltet wird.
Aber wie schon hier erwaehnt, die Schnecken (zumindest Apfel- und Turmdeckelschnecken) rafft das Mittel genauso zuverlaessig hin!
Flubenol ist ein Medikament fuer die Wurmbehandlung vor allem bei Gefluegel. Gibts in der Apotheke, leider nur in grossen Dosen und nur auf REZEPT! Fische vertragen es problemlos, auch ohne Krankheit 🙂 – evtl. kann man bei den Tierärzten nachfragen, ob sie das Medikament auch in kleineren Mengen abwiegen.

A: Chemisch 2: Ammoniumnitrat 1 Gramm auf 20 Liter Wasser. 100% Ausfälle bei den Hydren keinerlei Ausfälle bei Fischen und Pflanzen. Im Gegenteil nach ca. ein-zwei Wochen haben meine Scalare abgeleicht und ich habe die Jungen hoch bekommen.

Also… auf das ultimative Entfernungsmittel ohne Nebenwirkungen ist noch niemand gestoßen.

Bisher helfen also nur Abkochen und wieder neu einfahren sicher.

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  1. Renate Husmann über Hydra
  2. Der Süßwasserpolyp (Hydra): scheinbar primitiv – aber oho!
  3. Süßwasserpolyp Hydra spec.
  4. Wirbellose-Datenbank

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Krebse als Neozoa

Amerikanische Krebse erfreuen sich in der Aquaristik immer größerer Beliebtheit. In Aquaristikzeitschriften sind immer häufiger schön bebilderte Artikel über diese interessanten Pfleglinge zu lesen. Leider gibt es auch Schattenseiten…


Krebstiere als Gefährdung für einheimische Arten

Amerikanische Krebse erfreuen sich in der Aquaristik immer größerer Beliebtheit. In Aquaristikzeitschriften sind immer häufiger schön bebilderte Artikel über diese interessanten Pfleglinge zu lesen.
Leider wird in diesen Artikeln, wenn überhaupt, so nur als Randnotiz, über das Gefährdungspotenzial der Haltung von Krebstieren gesprochen. (vergl. Neozoen)

Procambarus alleni

Leider ist davon auszugehen, dass alle nordamerikanischen Flusskrebse potentielle Überträger der Krebspest (Aphanomyces astaci) sind, sollten sie, durch welche Umstände auch immer, in freie Gewässer entkommen.
So berichten in Datz Nr.1/2005, S.73/74 Peter Dehus und Rolf Hamers von der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg von ersten Funden (2004) des in Wirbellosen-Aquarianerkreisen bekannten Marmorkrebs, Procambarus sp. , in eimen Baggersee nördlich von Karlsruhe. Wie bekannt ist, reicht für die Besiedlung eines Gewässers bereits ein einziges Tier davon, da sie sich ungeschlechtlich (parthenogenetisch) vortpflanzen. Dieser, wie auch die bereits seit längerem sich ausbreitenden Kalikokrebse , wurde mit höchster Warscheinlichkeit von einem ahnungslosen, oder noch schlimmer, einem ignoranten Aquarianer ausgesetzt.

Bereits länger fühlt sich der Kalikokrebs in deutschen Gewässern heimisch.

Als eine weitere eingeführte Krebsart wurde der Arbeitsgruppe Neozoen der aus Nordamerika stammende Kalikokrebs Orconectes immunis gemeldet. Frau Mirjam Hoffmann fand das erste Exemplar dieser Art im Oktober 1997 in einem Fließgewässer in der Nähe von Bühl/Baden. Mittlerweile wurde bei weiteren Untersuchungen dort sogar eine reproduzierende Population dieser Art nachgewiesen. Dies war wohl der erste Nachweis des Kalikokrebses aus dem Freiland für Europa. Über die Herkunft dieser Krebse kann, wie bei den meisten Neozoen, nur spekuliert werden. Eventuell könnten eigentlich für Aquarien oder Gartenteiche bestimmte Tiere in das Gewässer gelangt sein.

Quelle :NEOBIOTA (Arbeitsgemeinschaft biologische Invasionen)

Auch die Newsgroup news:de.rec.tiere.aquaristik beschäftigt das Thema regelmäßig.
Beispiel:

Faden in drta

Neozoen- und Krebslinks:

  1. Artenkatalog
  2. Marmorkrebs aufgetaucht
  3. Blauer Florida-Krebs /Florida-Lobster (Procambarus alleni)
  4. Edelkrebs
  5. NEOBIOTA
  6. Neozoen
    1. Neozoa oder Gebietsfremd
  7. Wasserwelt
  8. Wirbellose.de

noch ein paar:

http://www.vistaverde.de/news/Natur/0302/20_krebse.htm
http://www.board-server.de/cgi-bin/foren/F_0757/forum.pl?forum=12&thread=124
http://www.lonlygunmen.de/krypto/news/februar03/190203.html
http://www.wdr.de/tv/service/tiere/inhalt/20040307/b_4.phtml
http://science.orf.at/science/news/67906

Bauanleitung Artemiaflaschen

Hier wird erklärt, wie man sich mit geringen Mitteln Zuchtflaschen für Artemianauplien baut

Artemiaflasche

Utensilien :

Werkzeug :

Material :

  • Säge
  • Bohrer
  • Senker
  • Schmirgelpapier
  • Silikonspritze
  • Akkuschrauber

Halterung

  • Dosenbohrer
  • Schraubbits
  • Stichsäge
  • PET-Flasche, z.B 1,5 L Colaflasche
  • 2 Gardenahähne
  • 1 Gardena  Verängerungsstück
  • Luftschlauch
  • Membranpumpe
  • Silikon

Halterung

  • Holz
  • Regenrinne oder Auffangschale

Flaschenständer

Um der Flasche einen sicheren Halt zu geben,
kann man z.B in ein altes Regalbrett unter Zuhilfenahme
eines Dosenbohrers (für Elektroinstallations-Dosen) eine
Bohrung einbringen, die
anschließend mit einer Holzraspel angefast wird.
Darunter kann man sich, wie in meinem Fall noch eine
Halterung aus Holz für Artemiasiebe mit Ablauf
erstellen. Anstelle der Regenrinne kann man
natürlich auch ein Glas oder Kunststoffgefäß
verwenden.

Artemiaflasche

Bewährt haben sich die 1,5 Literflaschen
der Firma Coka Cola.
Am besten bohrt man zuerst das Loch für den Hahn in
den Schraubverschluss der Flasche und entgratet unter
Zuhilfenahme eines Senkers (ein an der Spitze konisch
zusammenlaufender Bohrer, man kann auch einen größeren
Bohrter dafür nehmen) die Bohrung.

Wenn man den Flaschenboden noch als Abdeckung und
Schlauchhalter verwenden möchte, kann man eine Bohrung
(die etwas kleiner als der Schlauch ist ) in den
Boden platzieren, bevor man ihn absägt.

Tip

Das Absägen (mit einer Metallsäge oder Laubsäge) bzw.
Bohren der Flasche funktioniert am besten, wenn man
die Flasche in eine U-Schiene oder ähnliches
legt.
Wer nicht mit der Bohrmaschine
vertraut ist, sollte es jemand machen lassen, der damit
umgehen kann.(nicht, dass ihr euch noch
verletzt.)

Ist die Flasche zersägt,
empfiehlt es sich, die Schnittstellen mit
Schmirgelpapier zu entgraten, um so Schnitte in die Haut
beim Hantieren mit dem Gerät zu vermeiden.

Das Gardenaventil kann nun mit dem
Schraubverschluß mit Silikon verklebt werden. (
Heiskleben hat sich hier nicht bewährt, da
die Klebstelle immer undicht wurde. Der Kleber hält
auf dem Material nicht)

Nun braucht man nur noch den Luftschlauch mit der
Membranpumpe zu verbinden und es kann los
gehen.

Achtung
Membranpumpe nur oberhalb der Wasseroberfläche
anbringen, da sonst Wasser in die Pumpe eindringen kann.

MaterialVerschluß aufbohrenentgraten

Boden absägenGardena RegulierungsventilEinkleben
Einkleben von 2 SeitenFlaschenhalter und SiebhalterEntnahme der Nauplien

Erlenzäpfchen

Die Zapfen der Schwarzerle (Alnus glutinosa) sind ein gutes Mittel, um das Wasser mit Huminsäuren anzureichern. Der hohe Gehalt an Tanninen (Gerbstoffen) verringert die Bakteriendichte im freien Wasser erheblich.

Erlenzapfen im Aquarium

  1. Inhaltsstoffe
  2. Gerbstoffe
  3. Vergleiche zum Seemandelbaum
  4. Ansäuern des Wassers
  5. Hemmung der Verpilzung
  6. Keimreduktion
  7. Die Schwarzerle
  8. Erlenholz als Dekomaterial
  9. Andere Anwendungsgebiete
  10. Weiterführende Literatur
  11. Weiterführende Links

Die Zapfen der Schwarzerle (Alnus glutinosa) sind ein gutes Mittel, um das Wasser mit Huminsäuren anzureichern. Der hohe Gehalt an Tanninen (Gerbstoffen ) verringert die Bakteriendichte im freien Wasser erheblich. Bei Überdosierung können die Inhaltstoffe allerdings fischgiftig wirken, weshalb man die Wasserwerte häufig überprüfen muss.

Nebenwirkungen, die auftreten können sind meines Wissens Erlenwuchs (kleine Bäumchen) an Mattenfiltern, wenn die Samen aufgehen sollten. 🙂

VORSICHT (!!!) beim Sammeln, wenn man gegen Erlenpollen allergisch reagiert!

 

 

 

Bild 1: Erlenzapfen (zum Vergrößern anklicken)

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Inhaltstoffe:

  • Tannine (Gerbstoffe): bis zu 5% der Trockenmasse
  • trihydroxylierte Flavonoide (z.B. Myricetin, Leucodelphinidin, Ellagsäure, Ellagi- und Gallotannine)
  • Lignan, Anthrachinon
  • Huminsäuren

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Gerbstoffe:

Der Begriff Gerbstoffe umfasst alle Stoffe, die Haut zu Leder, also haltbar machen.
Bei den in der Aquaristik verwendeten Gerbstoffen handelt es sich um hochmolekulare Verbindungen unterschiedlicher Zusammensetzung, die adstringierend auf die Schleimhäute der Fische wirken.

Gerbstoffe sind im Pflanzenreich weit verbreitet. Der Begriff kommt daher, daß solche Stoffe zum Gerben von Leder verwendet werden. Es handelt sich hierbei um eine nicht einheitliche, chemische Stoffgruppe. Die Gerbstoffe verschiedener Pflanzen besitzen auch eine unterschiedliche stoffliche Zusammensetzung. Sie bilden mit Mucopolysaccheriden (Kohlehydrate) Zusammenballungen und fällen Eiweiße aus. Dadurch werden Bakterien und Pilzen die Nährstoffe entzogen. Diese können die Schleimhaut nicht besetzen und werden in der Vermehrung gestört.

Ich habe leider keine Möglichkeit, hierzu aussagekräftige Tests durchzuführen.Über nähere Angaben hierzu würde ich mich freuen.

E-Mail: siehe Seitenfuß

Laut Aussagen mehrerer Autoren wird durch die Senkung des ph-Wertes die Durchlässigkeit für die Tannine durch die Zellmembran der Bakterien erreicht.

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Zitat Andreas Spreinat

Bei pH-Werten um den Neutralpunkt (oder höher) liegen Humin- und andere Säuren im Wasser in dissozierter, ionischer Form vor. Diese geladenen Moleküle können die Zellmembran eines Bakteriums nicht oder nur schlecht durchdringen. Es gibt dann also keine Wirkung auf Bakterien. Bei sauren pH-Werten liegen viele Säuren aber undissoziert (ungeladen) vor und können somit die Zellmembran durchdringen, was zu einer Schädigung von Bakterien führt (führen kann). Dies dürfte den Hauptgrund für den hemmenden Einfluß eines niedrigen pH-Wertes (etwa ab kleiner pH 6) auf Bakterien darstellen (soweit dies erforscht ist).

Vergleiche zum Seemandelbaum

Folgenden Ausschnitt aus einem Artikel von Gerhard Ott fand ich recht interessant:

Ott, Gerhard (2003): Blätter vom Seemandelbaum. – Das Aquarium, 37(7), 18-21

Die genaue Wirkungsweise [der Gerbstoffe] ist im Detail weitgehend ungeklärt. Vermutlich bilden solche Stoffe mit Mucopolysaccheriden, das sind Kohlehydratverbindungen in der Schleimhaut, schützende Zusammenballungen organischen Materials und haben fällende Wirkungen auf Eiweißverbindungen, die für Bakterien und andere Krankheitserreger wie Pilze Barrieren darstellen, weil sie biozid wirken.

(Literaturangabe:
DENGLER, A.T., 2002, Die Erle-eine Bereicherung für die Aquaristik. Vereinsjournal der Aquarienfreunde Dachau;
LAKS, 1989; SMITH, 1975; SANDERS u. MIXON, 1978)

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Ansäuern des Wassers:

Die Tests startete ich mit einem Aquarium mit 10l Inhalt ohne Fischbesatz und Pflanzen. Das Wasser wurde über einen eingefahrenen Mattenfilter gefiltert.
Es wurde mit Wasser mit folgenden Werten neu befüllt:

  • PH 7,95
  • KH 4,5°dH
  • GH 7,5°dH
  • Leitwert 326µS/cm

Ich habe dem Wasser pro Liter 1 mittelgroßen Erlenzapfen genommen. So hoch braucht die Dosis normalerweise nicht zu sein, es sei denn, man erntet die Zapfen nach ergiebigen Regenfällen, wenn sie schon etwas ausgewaschen sind. Dann kann man die Dosis pro Liter durchaus schonmal auf 10 solcher Zapfen erhöhen.

Nach 6 Stunden:

  • pH: 7,30
  • KH: 4,0
  • GH: 7,0
  • Leitwert: 300µS/cm
  • Farbe: wie Kamilletee

Nach 24 Stunden:

  • pH: 6,70
  • KH: 3,0
  • GH: 6,0
  • Leitwert: 280µS/cm
  • Farbe: wie starker Schwarztee (!!)

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Verpilzung:

Bei Zuchtversuchen mit eierlegenden Fischen kommt es immer wieder vor, daß die Gelege mehr oder weniger stark verpilzen. Die Tannine in den Erlenzapfen wirken fungizid, das heißt, sie hemmen das Pilzwachstum und töten zum Teil die Pilzsporen ab. Hefepilze werden nach Literaturangaben nur etwas im Wuchs gehemmt, was bei der Aufzucht von kleinen Jungfischen sehr nützlich ist, da diese teilweise Hefe als Anfangsnahrung annehmen.
Bei Versuchen habe ich festgestellt, daß bei der Überführung von Salmlerlaich aus einem einzigen Ablaichvorgang in 2 unterschiedliche Gefäße der Laich in dem mit Erlenzapfen aufbereiteten Gefäß nicht verpilzte.

In jedem der beiden 5-l-Kunststoffbehälter waren ca. 100 Eier untergebracht, wovon in dem “Unbehandelten” fast 70 der Verpilzung zum Opfer fielen.

Im “Erlenwasser” wurden lediglich 10 Eier weiß, ohne jedoch die typische “Behaarung” zu bekommen.

Auch die Jungfische waren im behandelten Wasser weniger anfällig gegen Pilze. Die Zahl der herangewachsenen Jungfische war im Verhältnis zu den Fischen im unbehandelten Wasser sehr viel höher.Das ist wohl auf die schleimhautstärkende und antibakterielle Wirkung der Erlenzapfen zurückzuführen.

Ich gebe seither immer 3-5 dieser Zapfen pro 10 Liter in das Zuchtwasser. Ob auch Fische aus härterem Wasser diese Dosierung vertragen, kann ich nicht sagen, da ich bisher ausschließlich sogenannte “Weichwasserfische” bewusst zur Zucht angesetzt habe.

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Keimreduktion:

Die Wirkung der Erlenzäpfchen auf Keime ist offenbar schon lange bekannt.
Sie beruht auf der Abgabe von Gerbstoffen (oder Tanninen) an das Wasser.

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Die Schwarzerle (Alnus glutinosa):

Schwarzerle

Bild 2: Schwarzerle

Der schnellwüchsige Baum bevorzugt feuchten Boden, ist also vorwiegend an Bachläufen und anderen Gewässern zu finden. Der Stamm reicht bis zur Kronenspitze, der Baum wird bis etwa 25 m hoch; Stamm gerade, schlank; Rinde jung grau, glänzend, später braun, rissig; dünne

Zweige; Blätter oben dunkelgrün, unten heller, gestielt, gekerbt; Blüten grünlich oder rötlich, Blutezeit Februar-März, in gestielten Kätzchen, einhäusig.

Die männlichen Blüten sind hängend, mit weichen Schuppen, die 3 Blüten mit je 4 Staubblättern enthalten. Die weiblichen Blüten sind die Zapfen, sie sind eiförmig, aufrecht, geschuppt; die Frucht (Nüsschen) ist abgeflacht, mit schmalen Flügeln, in den Zapfen sitzend; Wurzeln mit gabelig verzweigten, kurzen, knotig angehäuften Verästelungen.

Die männlichen Staubkätzchen der einhäusigen Pflanze ähneln denen von Haselnuss und Birke. Die dort produzierten Pollen können bei dazu veranlagten Personen allerdings heftige allergische reaktionen auslösen.

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Bild 3a+3b: Erlenpolle

Stark vergrößert sehen diese Pollen sehr interessant aus, wie man auf den mir von Frank Mersch zur Verfügung gestellten Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen sehen kann.

Erlenzapfen am Ast

Bild 4: Erlenzapfen am Ast

Die ca. 1-1,5 cm großen Zapfen sitzen büschelweise auf Stielen (siehe Bild).

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Erlenholz als Dekomaterial:

Die Wurzeln der Schwarzerle sind hervorragend als Aquariendekoration geeignet.
Sie sind fein verzweigt und oft bizarr geformt.
Nachdem sie einige Zeit im Wasser gelegen haben, werden sie meist so weich, daß sie von ancistrinen Welsen fast vollständig zerraspelt werden.
Man braucht die gesammelten Wurzeln meist nur mit einer groben Bürste in einem Eimer mit Wasser zu reinigen und kann sie dann sofort im Aquarium verwenden. Da sie anfangs aufschwimmen, klemmt man sie zweckmäßiger Weise an einer Querstrebe des Aquariums fest.

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Andere Anwendungsgebiete:

Die gerbstoffhaltige Rinde kann nicht nur zum Gerben von Leder verwendet werden, sondern liefert zudem einen grauen Farbstoff. Ein Absud der Rinde wird in der Humanmedizin auch äußerlich zu Spülungen und zum Gurgeln angewandt.

Weiterführende Literatur:

DENGLER, A.T., 2002, Die Erle-eine Bereicherung für die Aquaristik.
Vereinsjournal der Aquarienfreunde Dachau;

Axel Gutjahr, Sind Erlenzäpfchen in Vergessenheit geraten?,
TI Nr. 143 Oktober/November 1998 Seite 72

Christian-Peter Steinle Weichmacher zum Pflücken,
DATZ Ausgabe 11 1998, Seite P 86

Autor nicht bekannt, Die Verwendung von Erlenzäpfchen zur Verbesserung des Aquarienwassers,
AT 1965 Seite 394 Rubrik: “Kleine Mitteilungen”

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  1. Fischtherapie mit Naturheilmitteln
  2. Blätter vom Seemandelbaum
  3. Erlenzäpfchensud
  4. Beschreibung von Alnus glutinosa, Schwarz-Erle
  5. Beschreibung von Alnus glutinosa, Schwarz-Erle
  6. Fotografie von Alnus glutinosa, Schwarz-Erle
  7. Baum des Jahres in 2003
  8. Blogarium – Erlenzäpfchen

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VDA AK Wirbellose-Treffen

Treffen des AK Wirbellose am 2. April 2004.

“Der Arbeitskreis Wirbellose der Binnengewässer im VDA hat sich Ende 2004 neu
formiert und will nun endlich auch ein “richtiger” Arbeitskreis, also auch
so richtig aktiv werden! …


VDA AK Wirbellose -Treffen in Hämelerwald/Lehrte

Von Bernd Posseckert in drta gepostet:

VDK-AKW-Logo

“Der Arbeitskreis Wirbellose der Binnengewässer im VDA hat sich Ende 2004 neu formiert und will nun endlich auch ein “richtiger” Arbeitskreis, also auch so richtig aktiv werden!
Weiteres siehe wirbellose.de

Das nächste große Treffen findet in Hämelerwald/Lehrte statt.

Das Programm:

Samstag, 2. April 2004
10.30 Wirbellosen (Tüten-)Börse
11.30 Mittagessen
13.00 Begrüßung durch Gerd Voss und Kai A. Quante
13.30 Nordamerikanische Süßwasserkrebse

im natürlichen Biotop beobachtet, Lutz Döring
14.30 Haltung und Zucht nordamerikanischer
Flusskrebse im Aquarium, Friedrich Bitter
15.30 Kaffee-Pause
16.00 Krabben und Garnelen und die
zugehörigen Biotope, Uwe Werner
16.45 Auf der Suche nach Caridina serrata, Andreas Karge
17.30 VDA AK Wirbellose JHV, Kai A. Quante
19.00 Abendessen und gemütliches Beisammensein

Sonntag, 3. April 2004
08.30 Gemeinsames Frühstück
09.15 Wie bestimmt man Garnelen? Karge/Klotz
10.00 Kleine Macrobrachium Arten, Werner Klotz
11.00 Pause
11.15 Zwerggarnelen erobern unsere Aquarien, Gerd Voss
12.00 Schnecken im Süßwasser-Aquarium Maike, Wilstermann
12.45 Verabschiedung durch Gerd Voss und Kai A. Quante
13.00 Mittagessen
14.00 Ende der Veranstaltung”

Fischasyl für Pimelodus pictus

Vorgestern rief mich meine Cousine an:

“Hallo Peter,

… hast Du noch Platz für ein paar Fische?â€?
Nach der Aufzählung der zu evakuierenden Individuen bejahte ich diese Frage und harrte der Dinge, die da kommen sollten…


Zum Pimelodus pictus wie die Jungfrau zum Kind

Vorgestern rief mich meine Cousine an:

“Hallo Peter,
… hast Du noch Platz für ein paar Fische?”
Nach der Aufzählung der zu evakuierenden Individuen bejahte ich diese Frage und harrte der Dinge, die da kommen sollten.
Bei den Schuppigen handelte es sich um 3 Sternflecksalmler, einen Ancistrus sp. “Wald und Wiese”, einen Trichogaster sp., eine Siamesische Rüsselbarbe und einen einzelnen Pimelodus pictus, genannt Engelsantennenwels.

Rüsselbarbe in Lauerstellung

Die im Text erwähnte Rüsselbarbe.

Nachdem sie ausgiebig mittels Tropfschlauch an das in meinen Aquarien befindliche Nass gewöhnt worden waren, zogen sie etwas unsanft mit der “Kescher-Methode” (rausfangen – reinschmeißen) in ihre neue Behausung ein.
Am nächsten Morgen (11.01.2005) nahmen sie bereitwillig das ihnen “ans Bett gebrachte” Frühstück, das aus tiefgekühlten roten Mückenlarven bestand, an. Den Kaffee ließ ich mal vorsichtshalber weg. 😉
Als besonders gefräßig erwies sich der Pimelodus, den meine Kinder mittlerweile “Monsieur Jaques Müller” getauft haben. Er hat sicher einen halben Würfel auf “Ex” verspeist.
Meine Befürchtungen, er könne sich an den kleineren Guppys und einigen minderjährigen Albino-Corys vergreifen, erwies sich als völlig unbegründet. Selbst, wenn ihm die Zwerge unter seinen Augen die besten Happen wegschnappen, werden sie nicht von ihm behelligt.

***
13.01.2005

Heute schwimmt der Pimelodus beim Frühstück munter im ganzen Becken rum. Bisher hatte er sich immer unter einem Gestrüpp von Anubias aufgehalten und gewartet, bis ihm die Mahlzeit vor das Maul schwamm.

Inpaichthys kerri / Königssalmler

Mitte Oktober 2003 erhielt ich von einem Bekannten beim Besuch seines Aquarienkellers drei Königssalmler, die bei ihm als Restbestand in einem Sammelaquarium schwammen …

Inpaichthys kerri GÉRY und JUNK, 1977

(Königssalmler oder auch Blauer Kaisertetra)

Inpaichthys kerry

Taxonomie

o- Klasse: Knochenfische Teleostomi (=Osteichthyes)
`+-Unterklasse: Strahlenflosser Actionpterygii
.`+-Ü.Ordnung: Echte Knochenfische Teleostei
..`+-Ordnung: Salmlerartige Characiformes
….`+-Unterordnung: Salmlerverwandte Characoidei
……`+-Familie: Echte Salmler Characidae
……..`+-Unterfamilie: Tetragonopterinae
……….`+-Gattung: Inpaichthys
…………`o-Art: kerri Géry und Junk, 1977

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Allgemeines

Die aus Südamerika (oberen Rio Aripuana , einem rechtsseitigen Nebenfluss des Rio Madeira im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso) stammenden Königssalmler werden etwa 5cm groß. Die Männchen besetzen ein kleines Revier, in dem mit laichbereiten Weibchen abgelaicht wird. Die Schwarmbildung ist bei dieser Art nicht sehr ausgeprägt.

Der Gattungsname Inpaichthys ist ein Ableitung vom Kürzel der brasilianischen Indianerschutzbehörde INPA.

Der Gattungsname Inpaichthys ist eine Ableitung vom Kürzel INPA (Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia) welches die Biodiversität Amazoniens untersucht. Der Artname wurde zu Ehren des damaligen INPA-Direktors Dr. Warwick Estevan Kerr gewählt.

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– der Lapis Tetra ist im Handel manchmal unter Inpaichthys sp. “Belém” zu finden.
Die Gattung war bisher nur mit einer Art gesegnet und wenn Vater und Sohn Hoffmann Recht behalten, wird sie es auch vorerst bleiben.
Die Fa. Aquarium Glaser / Rodgau hat Anfang des Jahres 2002 von einem Zierfischexporteur aus der brasilianischen Stadt Belém einen Salmler unter dem Handelsnamen “Lapis Tetra” erhalten. Neu importiert: der Lapis Tetra, Inpaichthys sp.

Der Königssalmler frisst alles, was durch Bewegung den Fresstrieb anregt und ins Maul passt. Auch Laichkörner anderer Arten werden gerne genommen.

Die Geschlechter kann man einfach anhand der Färbung der Fettflosse auseinander halten. Diese ist beim Männchen hellblau, beim Weibchen rot gefärbt.

Die silbrig-blaue Farbe der Männchen entwichelt sich am besten in weichem Wasser, in dem sich die Tiere Naturgemäß am wohlsten fühlen.

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Erfahrungen

Mitte Oktober 2003 erhielt ich von einem Bekannten beim Besuch seines Aquarienkellers drei Königssalmler, die bei ihm als Restbestand in einem Sammelaquarium schwammen. Es handelte sich bei dem kleinen Trupp um ein ausgewachsenes Männchen und zwei ebensolche Weibchen.
Zuhause angekommen, bezogen sie sogleich ein 50-Zentimeter-Aquarium. Dieses Becken war zu dieser Zeit unbesetzt, nur diverse Schnecken belebten es etwas. Eingerichtet war es mit einem kleinen Schaumstoffmattenfilter, der mit Luftheber betrieben wird, mit etwa 2cm Sandboden, einem Busch Javafarn und einem großen Kissen aus Javamoos.
Nachdem ich die Fische eine Weile mit verschiedenen Mückenlarven, Trockenfutter und frisch gefangenen Hüpferlingen gefüttert habe, wurde bei den beiden Weibchen ein deutlicher Laichansatz erkennbar.

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Geschlechtsunterschiede

Männchen und Weibchen sind auch ohne “Schwangerschaftsanzeichen” gut voneinander zu unterscheiden, da die Männchen etwas größer sind, bläulich schimmern und die Fettflosse eher bläulich-weiß ist (Siehe Foto), wogegen die Fettflosse der Weibchen rot ist.

Vermehrung

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Wasserwerte
Ablaichverhalten
Aufzucht der Jungfische

Buntes Treiben

Wärend der nächsten Tage konnte ich in schöner Regelmäßigkeit heftiges Balzen beobachten.
Also fing ich die Königssalmler aus ihrem Domizil und überführte sie nach einer bei mir altbewärten Methode in ein 40cm-Zuchtaquarium, das mit Laichnetz und Javamoos als Laichsubstrat ausgestattet ist.
Nach 5 Tagen brach ich diesen Versuch ab, da die Salmler ihr im Hälterungsaquarium so schön zu beobachtende Balzspiel jetzt im Zuchtbecken ganz eingestellt hatten. Sie bezogen also wieder ihr altes Becken und wurden sofort wieder gefüttert.
In den darauf folgenden Tagen begann das Balzspiel von neuem. Diesmal beließ ich aber die Fische im Hälterungsbecken.

Wasserwerte:
pH 7,0
KH 4°dH
GH 8°dH
26°C

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Männchen besetzt ein Revier

Das Männchen hatte eine Art Revier im Bereich des Javamooskissens bezogen, in dessen Nähe er die Weibchen nur wärend der “heißen Phase” des Balzspiels ließ.
Am 9. November entdeckte ich dann morgens beim Füttern den ersten Laich im Gestrüpp. Ich konnte beim besten Willen nicht mehr als 15 bis 20 Eier im Dickicht ausmachen, da einfach zuviel Javamoos für einen guten Durchblick in dem Becken wächst. Wieviele es also wirklich waren, lässt sich noch nicht einmal schätzen.
Leider konnte ich am nächsten Tag auch nur noch verpilzte, also abgestorbene Laichkörner finden.

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Überraschung

Ich hatte die erfolgreiche Vermehrung dieser schönen Salmler schon fast abgeschrieben, als am 27. November dann beim Füttern 3 winzige, etwa 4mm messende “Glassplitterchen” am Rand des Javamooses herumhüpften. Offenbar hatten die Königssalmler in letzter Zeid doch noch erfolgreich abgelaicht, ich hatte es aber nur nicht bemerkt.
Die Eltern wurden kurzerhand in ein anderes Aquarium umquartiert und ich fütterte die schon frei schwimmenden Jungen mit frischen Artemianauplien, die diejenigen, die ich sehen konnte, auch gerne nahmen.
Nach und nach konnte ich zwar noch mehr als die erwähnten 3 Jungfische sehen, es waren aber auf einmal nie mehr als 5 Stück, die sich aus dem Moos trauten.

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Aufzucht

Königssalmler-Männchen, 3 Monate alt

3 Monate alter Fisch.

Mit zunehmender Größe passte ich auch den Speiseplan an, wobei ich auch Hüpferlinge, feines Trockenfutter und später auch kleine schwarze Mückenlarven verfütterte.
Bei so wenigen Jungfischen lässt sich die Futterration nur sehr schlecht abschätzen. Ich benutzte, so lange die Fische noch sehr klein waren, zum Füttern eine 20ml fassende Spritze, auf die ich einen dünnen Luftschlauch aufgesteckt habe. Damit ziehe ich die gewässerten Futtertiere auf und bringe sie so nahe wie möglich an die Jungfische heran. Das hat den Vorteil, dass nicht so viel Futter im Aufzuchtbecken vergammeln kann und damit die Wasserqualität negativ beeinflusst.
Etwa 8 Wochen, nachdem ich die ersten Fischlarven im Aquarium entdeckt habe, waren die Jungfische auf etwa 16 bis 18mm herangewachsen. Es waren insgesamt 13 Stück, die jetzt natürlich gut zu zählen sind. Es ist zwar eine magere Ausbeute, diese 13 sind aber gesund und mein Bestand ist vorerst gesichert.

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Immer wieder Jungfische

Seit der ersten Vermehrung in meinen Wassern tauchen immer wieder einige Jungfische im Elternbecken auf. Ich füttere sie nicht extra.
Mit dieser Methode “Daueransatz” sind hier nun schon über 80 Jungfische groß geworden.
Mein Bestand ist also wohl auf Dauer gesichert, wenn nicht irgend ein Unfall passiert. 🙂

Literatur

Géry, J. & W.J. Junk (1977): Inpaichthys kerri n. g. n. sp., um novo peixe caracideo do alto Rio Aripuana, Mato Grosso, Brasil. Acta Amazonica 7(3): 417-422

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Inpaichthys kerry
Inpaichthys kerry in der Fishbase

Inpaichthys kerri auf der französischen Seite von Philippe Chevoleau

Artemia – Wissenswertes zum beliebtesten Jungfischfutter

Ich wollte hier mal so zusammentragen was, denke ich, ganz interessant ist über Artemia zu wissen und hoffe, dass das Ganze nicht zu lang wird für euch…


Vorwort

Ich wollte hier mal so zusammentragen was ich denke ganz interessant ist über Artemia zu wissen und hoffe, dass das ganze nicht so lang wird für euch.

Gruß Henry

  1. Geschichte
  2. Lebenszyklus
  3. Vermehrung
  4. Qualitätsunterschiede
  5. Schlupfraten
  6. Artemiaansatz
  7. Literatur
  8. Links

Artemia, 1 Tag alt, Auflichtaufnahme 40-fach vergrößert

Artemia-Nauplie, 1 Tag alt, Auflichtaufnahme 40-fach vergrößert

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Geschichte

Ende der 40er Jahre wurden die Artemien als Aufzuchtfutter in der Aquaristik entdeckt. Heute gehören die Artemia-Nauplien zu dem meist eingesetzten Lebendplankton zur Fisch und Crustaceenzucht (90% des Bedarfes), was einen weltweiten Bedarf an handelsüblichen Artemiazysten von über 2000 t pro Jahr verursacht. Die wohl bekannteste und größte Produktionsstätte von Artemia sind die großen Salzseen in den US Bundesstaaten Utah und San Francisco Bay. (50% der Weltproduktion) Auch andere Länder wie z.B. Kanada, Brasilien, Russland und China sind bekannt für die Produktion von Artemia. Die Preise der Zysten können je nach Ernteertrag (wenn z.B der Saltzgehalt in den Salienen absinkt oder die Zysten von Stürmen weggetragen werden ) wie der Goldpreis in die Höhe schießen.
Also nicht wundern wenn der Preis für eine Dose sich vervielfacht 🙁

Bild Großverbraucherbedarf

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Lebenszyklus

Es wir zwar oft von Artemia-Eiern gesprochen aber in Wirklichkeit sind es Artemia-Zysten . Der Unterschied besteht darin, dass sie sich im Inneren nicht langsam zu einer Artemie entwickelt wie z:B ein Kücken, sondern schon bereits fertig im trockenen Zustand metabolisch inaktive Artemia-Embryos existieren, die von mehreren schützenden Hüllen umgeben sind und darauf warten, dass sich die Umweltbedingungen für sie lebenswert ändern. Gelangen sie in das für sie lebensnotwendige Salzwasser, hydratisieren sie sich, werden stoffwechselaktiv und befreien sich in ca. 8-48 h von ihrer schützenden Hülle. In den ersten Lebenstagen spricht man nun von Nauplien. Bis zur nächsten Häutung vergehen jetzt ca. 8 Stunden. In dieser Zeit können sie noch keine Nahrung aufnehmen, da ihr Verdauungssytem noch nicht ausgebildet ist. Jetzt haben sie noch einen großen Energiegehalt (genannt Instar I) Sie sind jetzt 0,4 bis 0,5mm groß.

Artemiazysten Nauplien in der Entwicklung
Artemia-Zysten Entwicklung
Nauplien kurz vor dem Schlupf Beim Schlupf
Kurz vorm Schlupf Instar I

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Instar I

Die erste Häutung findet nach ca. 8 Stunden statt, man spricht nun vom Instar II Stadium. Nun nehmen sie die erste Nahrung, deren Nahrungspartikel bis 50µm Durchmesser haben können , durch Strudeln ein wie z.B. Detritus, Bakterien, einzellige Algen.

Instar II

Jetzt ist das Verdauungssystem ausgebildet und man kann die Nauplien füttern. Sind die Nauplien zum Verfüttern bestimmt kann man ihre Qualität durch 1 tägiges Vorfüttern erhöhen. Im Aquakulturhandel gibt es kommerzielles Ergänzungsfutter auch Booster genannt. Da Artemien wie gesagt Strudler sind, können sie so auch mit Vitaminen etc angereichert werden. Man sollte aber bedenken, dass die Nauplien dabei auch schnell wachsen und für viele Fischlarven zur Aufnahme zu groß werden. Sollte einer von euch mit dem Boostern Erfahrung haben wäre ich froh, wenn ihr sie mir mitteilt (-:.
In den nächsten ca. 8 Tagen häuten sie sich ca. 15-18 mal bis sie ihre Endgröße von ca. 1cm erreicht haben.

Insta-II-Stadium Nauplie - 5 Tage alt
Insar II (3Tag) 5. Tag
Nauplie - 7 Tage alt Bild
7. Tag In Arbeit

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Nachkommenschaft

Die Weibchen tragen ihre Eier unter dem Bauch, wo sich unter normalen Bedingungen alle 4Tage ca. 300 freischwimmende Nauplien entwickeln. Erhöht sich der Salzgehalt und der Sauerstoffgehalt sinkt, entwickeln sich die Embryonen nur bis zum Gastrula-Stadium. Das heißt, es kommt zu einem metabolischen Stillstand (eine Art Winterschlaf) und um die Embryonen bildet sich eine dicke Schale, die das Weibchen nun absetzt. Nun beginnt das Spiel des Lebens von vorne.

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Qualitätsunterschiede

Qualitätsunterschiede, die sich aus ihrer geografischen Herkunft und starken saisonalen Schwankungen ergeben. Man unterscheidet die Qualität in Schlupfraten, Größe der Instar I Nauplien (hängt von dem jeweiligen Stamm ab) und ernährungsphysiologischer Qualität (die vor allem davon abhängt, was den Elterntiere vor der Zystenbildung an Nahrung zur Verfügung gestanden hat – dies ist natürlich durch die Umweltbedingungen geprägt wie Saison, Herkunft u.s.w. )

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Schlupfrate

Qualität Grad A Schlupfrate > 90%
Qualität Grad B Schlupfrate 80-90%
Qualität Grad C Schlupfrate < 80 %

Wobei meiner Ansicht nach Grad C nicht mehr zu empfehlen ist, da bei diesen immer jede Mengen Zystenschalen übrig bleiben die bei der Futteraufnahme von Jungfischen schäden im Darm verursachen können..

Ernährungsphysiologische Qualität

Energiegehalt 0,035 bis 0,075 Joule/Nauplie
Proteingehalt 38 bis 71% Trockenmasse
Fettgehalt 12 bis 30% Trockenmasse

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Pysikalische Qualität

Größe der Nauplien bis zur erste Häutung

< 430 bis 520 à‚µm

Schlupfrate

< 50 bis >90%

Schlupfeffizientz

<200.000 bis >330.000 Nauplien pro g Zysten

Schlupfausbeute

0,15 bis 0,60 g Nauplien Trockenmasse/g Zysten Trockenenmasse

Schlupfzeit

8 bis 48 h

Schlupfsynchronität

10 bis > 24 h

Literaturquellen:

Tagungsband von 3. VDA-Süßwasser-Symposium Fulda 1998

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Artemiaansatz

Um die Zysten zum Schlupf zu bringen habe ich mir mehrere Artemiakulturflaschen gebaut ( Bauanleitung ) die mit einem Liter Wasser und 1 Teelöffel Jodfreiem Speisesalz gefüllt werden.Die Flaschen stehen an einem hellen und warmen Ort neben den Aquarium und werden mit einem Luftschlauch belüftet .Ich gebe ca einen gestrichenen Teelöffel in eine Flasche .Nach ca 10 h beginnen die Nauplien zu schlüpfen .Um die Nauplien zu ernten wird der Luftschlauch aus der Flasche entnommen und die Eier steigen an die Wasseroberfläche auf und die Nauplien sammeln sich im Flaschenhals wo man sie leicht durch denn Hahn in das Artemiasieb ablassen kann.

Bemerkung:

Ich verfüttere die Nauplien bis ca. 12 Stunden nach dem Schlupf, da sie dann noch sehr klein sind und noch nicht soviel Energie durch ihre Häutung verloren haben .Als ich das erste mal Artemia ansetzte ist es mir nicht gelungen, Nauplien zu erlangen, so dass ich fast verzweifelt bin, aber wie sich später herausstellte, lag es nicht an mir, sondern an der schlechten Qualität der Nauplien.

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Literatur

Artemia Der Urzeitkrebs – mehr als nur ein Fischfutter Martina Hayo & Gerhard Schwarz, 1996, Verlag Maria Schwarz, Remagen
ISBN 3-00-000724-5; nur antiquarisch zu haben.

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gute, deutschsprachige Seite, die sehr ausführlich ist
engl. Seite über Artemia, sehr, sehr, SEHR ausführlich

Futtertierzucht

Warum Futtertierzucht ?


Warum Futtertierzucht ?

  • Viele Larven und Jungfische reagieren nur auf den Bewegungsreitz des Lebenfutters
  • Der Darm der Futtertiere enthält z.B Protozonen die in konzentrierter Form vorkommen die der Fisch sonst nicht aufnehmen könnte
  • Schnelleres Wachstum
  • Futtertiere enthalten Verdauungsenzyme die die Verdauung des Fisches unterstützen
  • Gesunde Entwicklung des Fisches

Weiteres:

Artemia
Bauanleitung für einen Artemiareaktor
Kleintiere im Aquarium

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